Das Teil das ich nie haben wollte…

Eigentlich wollte ich ihn nie haben. Wirklich nicht!
Ein elektronischer Sucher an einer Leica M, das fühlte sich für mich lange nach einem Stilbruch an. Zu elektronisch, zu wenig „M“. Und dann steht da dieses Ding auch noch oben auf der Kamera und sieht aus… nun ja, darüber reden wir später.

Der Auslöser war am Ende kein plötzlicher Kaufrausch, sondern eher eine leise Kettenreaktion.

Neulich entdeckte ich meinen alten Aufstecksucher für 21 mm. Ein schönes Teil, aber ehrlich gesagt: Ich habe ihn praktisch nie benutzt. Gleichzeitig sah ich, was dafür inzwischen aufgerufen wird. Also wurde er verkauft. Kurz darauf folgten meine alten Canon-Blitze, die seit gut zehn Jahren ungenutzt in der Schublade lagen. Technisch sicher noch okay, praktisch für mich völlig bedeutungslos. Und plötzlich war da Budget. Ohne wirklich „Geld auszugeben“. Ein bisschen addiert, nicht viel draufgelegt und auf einmal war der Visoflex 2 greifbar. Aber das allein hätte nicht gereicht.

Die Sache mit der Naheinstellgrenze

Im letzten Sommer wurde mir etwas immer klarer: Ich nutze die Naheinstellgrenze meines 35er APO erstaunlich oft. Und genau da beginnt das Problem. Bei praller Sonne über das Display im LiveView scharfzustellen ist… sagen wir: suboptimal. Man kneift die Augen zusammen, hält die Kamera irgendwie schattig, verrenkt sich halb und merkt nach einer Weile, dass die Augen einfach müde werden. Richtig müde.

In München hatte ich dann die Gelegenheit, die Leica EV1 auszuprobieren. Und obwohl das ein ganz andere Story ist, blieb der Gedanke eines elektronischen Sucher hängen: Wie wäre das eigentlich an meiner M11-P? Dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los.

Gekauft. Und ja: hässlich!

Also habe ich ihn gekauft. Und ich bleibe dabei: Vom Design her finde ich den Visoflex 2 einfach nur grässlich. Er passt optisch so gar nicht zu der klaren, reduzierten Linie einer M. Er ist ein Fremdkörper. Punkt! Aber: technisch ist das Teil hervorragend umgesetzt.

Der Sucher zeigt exakt das gleiche Bild wie das Display im LiveView. Keine Überraschungen, keine Umwege. Was ich hinten sehe, sehe ich auch im Sucher, nur eben dort, wo es bei hellem Licht hingehört: direkt am Auge.

Der Visoflex 2 schaltet sehr zuverlässig ein, sobald man sich mit dem Auge nähert. Kein Gefummel, kein bewusstes Umschalten. Es fühlt sich selbstverständlich an und genau das will man bei einem Zubehör, das man eigentlich nie wollte.

Das Sucherbild selbst ist hervorragend: klar, kontrastreich, gut aufgelöst. Auch feines Scharfstellen im Nahbereich macht damit genau so viel Spaß, wie man es sich erhofft. Oder anders gesagt: Es funktioniert einfach.

Noch kein Langzeittest – aber ein gutes Gefühl

Ich konnte den Visoflex 2 noch nicht ausgiebig testen. Kein Langzeiterlebnis, keine abschließende Bewertung. Aber bisher macht er genau das, was er soll. Unauffällig, zuverlässig, ohne Drama.

Vielleicht ist das am Ende das größte Kompliment.

Ich habe mir etwas gekauft, das ich nie haben wollte.
Ich finde es optisch immer noch nicht schön.
Aber ich bin ziemlich sicher, dass ich es behalten werde.

Manchmal gewinnt eben die Praxis über die Prinzipien.

Euer Alex

Winterstille

Nach einer kleinen Pause melde ich mich mit zwei Bildern zurück, die kürzlich bei einer Schneewanderung entstanden sind. Tief im winterlichen Wald stand diese Hütte – ganz verlassen, still und fast ein wenig geheimnisvoll. Beim näheren Hinsehen offenbarte sie einige überraschend spannende Details, als hätte sie noch Geschichten aus anderen Zeiten zu erzählen.

Viel Zeit blieb allerdings nicht: Der Wind pfiff mir eisig um die Ohren, die Kälte kroch langsam durch alle Schichten. Also hieß es bald weiterziehen; zurück, dem Warmen entgegen.

Euer Alex

Der düstere Beginn des Jahres

Ok, ich gebe es zu: Das Jahr könnte „heller“ und positiver beginnen. Aber mit Blick auf die allgemeine Weltlage ist mir das Lachen schon vor einiger Zeit vergangen. Was bleibt also: Fotografie! Hmmm…und dann kommen solche Bilder raus! Da kann ich jetzt aber auch nicht weiterhelfen – nehmt es einfach wie es ist und es wird ja sicher auch wieder bunter – bald! Versprochen!

Aber was seht ihr da eigentlich abgebildet? Es ist die Kirche im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. Architektonisch wird das Bauwerk dem Brutalismus zugeordnet. Mehr Infos zum Bau finden sich hier.

Ich habe bei der Ausarbeitung der Bilder bewusst alle Regler ins „Extreme“ gezogen und damit eine recht harte Abbildung geschaffen. Aus meiner Sicht ist diese Darstellung grenzwertig, aber für mich stimmig zum Bauwerk.

Euer Alex

Jahresrückblick 2025: Von Firmware-Abstürzen, überfüllten Buchten und der Frage“ Warum eigentlich?“

2025: Ein Jahr, das irgendwie zwischen „noch nicht ganz angekommen“ und „schon wieder vorbei“ oszilliert. Zeit also, kurz innezuhalten und Revue passieren zu lassen, was fotografisch (und menschlich) so gelaufen ist. Schnallt euch an, es wird eine Mischung aus Technik-Geständnissen, Reise-Impressionen und der gelegentlichen existenziellen Krise vorm Leuchtpult. Lasst uns also den Knoten gemeinsam lösen 🙂

Die technische Seite: Von Glas und Software

Fangen wir mit dem Equipment an; denn ja, ich bin immer noch tief im Leica-Kosmos versunken. Die M11-P ist nach wie vor mein treuer Begleiter, auch wenn sie mich dieses Jahr gelegentlich zur Verzweiflung getrieben hat. Firmware 2.5.1, ein Kapitel, das ich am liebsten komplett aus meinem Gedächtnis streichen würde. Abstürze, überbelichtete Bilder, eingefrorene Displays… Bei einer Kamera in dieser Preisklasse erwartet man Zuverlässigkeit, keine Beta-Test-Erfahrung. Die neue Firmware 2.6.0 hat zumindest vieles stabilisiert, und ich bin dankbar, dass Leica hier nachgebessert hat. Trotzdem bleibt ein bitterer Beigeschmack: Software-Qualität sollte bei diesem Preisniveau eine Selbstverständlichkeit sein, kein nachträgliches Flickwerk.

Objektiv-seitig ist alles beim Alten geblieben: Das APO-Summicron 35 mm ist und bleibt meine erste Wahl. Dieses Objektiv zeichnet so, dass man sich jedes Mal neu verliebt: Mikrokontrast, Schärfe, und dieses Bokeh… das ist keine Fotografie mehr, das ist Poesie in Glas. Das Super-Elmar 21 mm kam dieses Jahr häufiger zum Einsatz, vor allem in der Architektur- und Landschaftsfotografie. Das Summilux 50 mm bleibt meine Geheimwaffe für Porträts und emotionale Momente, wobei es 2025 deutlich weniger Einsatzzeit hatte als das 35er.

Interessant war auch meine Auseinandersetzung mit KI in der Bildbearbeitung. Die „Objektivunschärfe“-Funktion in Lightroom? Praktisch, ja, aber sie kann die Charakteristik echter Optiken einfach nicht ersetzen. In komplexen Szenen entstehen Artefakte, die sofort auffallen. Und ehrlich gesagt: Ich will gar nicht, dass KI die Eigenheiten meiner Objektive ausbügelt. Ein Summilux soll sich wie ein Summilux anfühlen, nicht wie ein generisches Weichzeichner-Tool.

Zwischengedanken: Tourismus und seine Schattenseiten

So schön diese Reise war: sie hat mir auch die Augen geöffnet. Moneglia, Antibes, Cassis – überall dieselbe Geschichte: Zu viele Menschen, zur selben Zeit, mit denselben Erwartungen. Social Media, Reiseführer, Influencer – sie alle führen uns an dieselben Orte. Und plötzlich wird aus dem intimen Erlebnis eine Massenveranstaltung. Ich habe mich dabei ertappt zu denken: Warum bin ich überhaupt hier? Was suche ich? Und finde ich es wirklich in diesen überlaufenen Gassen?

Der Sommer 2024 am Atlantik: weite Strände, kaum Menschen, nur Wind und Wellen, erscheint mir rückblickend als authentischer, ehrlicher. Vielleicht weniger spektakulär, aber tiefer. Das ist eine Erkenntnis, die mich ins neue Jahr begleitet: Wie will ich reisen? Will ich die bekannten Hotspots abklappern oder bin ich bereit, Umwege zu machen, Stille auszuhalten, mich auf Unbekanntes einzulassen?

Vitra Campus: Architektur als Inspiration

Mehrfach war ich 2025 auf dem Vitra Campus, einem Ort, der mich immer wieder fasziniert. Zaha Hadids Feuerwehrhaus, die Rutsche, die geometrischen Strukturen… Das ist Architektur, die polarisiert. Schön oder hässlich? Beides. Oder keins von beidem. Aber auf jeden Fall inspirierend.

Die reduzierten, abstrakten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die dort entstanden sind, gehören zu meinen persönlichen Favoriten dieses Jahr. Manchmal braucht es keine große Reise, manchmal reicht ein Nachmittag vor der Haustür.

Persönliches: Zwischen Alltag und Augenblicken

Neben all der Technik und den Reisen gab es auch die stillen, privaten Momente: Meine Tochter beim Backen, einmal voll konzentriert, dann gelangweilt wartend, während die Kekse für unseren Nachbaresel im Ofen brutzeln. Diese Alltagsszenen sind es, die am Ende oft am meisten zählen. Das Summilux 50 mm hat diese Momente festgehalten, nicht immer perfekt scharf, aber immer ehrlich.

Auch der Bodensee war dieses Jahr ein wiederkehrendes Thema – Ruhe, Wasser, Licht. Ein Ort, an dem ich durchatmen kann. Mein Rücken macht mir zwar gelegentlich einen Strich durch die Rechnung, aber solange die Kamera noch in der Hand liegt, ist alles gut.

Was bleibt?

2025 war ein Jahr voller Widersprüche: Technische Frustrationen und optische Meisterwerke. Überfüllte Touristenorte und einsame Buchten. Spontane Alltagsmomente und durchgeplante Roadtrips. KI-Werkzeuge, die beeindrucken – und dann doch an ihre Grenzen stoßen.

Was ich mitgenommen habe? Die Erkenntnis, dass gute Fotografie nicht nur von der Ausrüstung abhängt (auch wenn sie verdammt hilft), sondern von der Bereitschaft, hinzuschauen, innezuhalten, und sich nicht nur von den bekannten Motiven treiben zu lassen. Und vielleicht auch die Einsicht, dass Reisen nicht immer spektakulär sein muss, manchmal sind es die leisen Orte, die am lautesten nachklingen.

2026, ich bin bereit. Mit einer hoffentlich stabilen Firmware, einem gepackten Rucksack und der Frage im Gepäck: Wo führt mich die Reise hin – geografisch und fotografisch?

Bis dahin: Bleibt neugierig, bleibt kritisch, und vergesst nicht, ab und zu den Finger vom Auslöser zu nehmen und einfach nur zu schauen.

Euer Alex

Und hier die Liste und die Links zu den alten Jahresrückblicken:

Schattenbilder

München hat mir neulich zwei völlig unterschiedliche Kunst-Erlebnisse vor die Füße geworfen – und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich Zeuge eines kreativen Zufalls, eines tiefgründigen Moments oder einfach nur von Blödelei geworden bin. Jedenfalls sind dabei zwei Bilder entstanden, die ungefähr so viel gemeinsam haben wie Weißwurst und Techno.

Bild 1: Aufgenommen in der Ausstellung „Digital by Nature“. Klingt nach Kunst, Avantgarde, progressivem Denken… oder einfach nach „Ich habe keine Ahnung, was es bedeutet, aber es sieht teuer aus.“ Ich stand davor und habe mich tiefgründig gefühlt. Mindestens drei Minuten lang. Danach habe ich so getan, als würde ich es verstehen. (Hat gut funktioniert, niemand hat gefragt.)

Bild 2: Entstanden… äh… im Hotelzimmer. Ganz ehrlich? Das ist kein Kunstwerk – das ist eine Situation. Eine Stimmung. Ein „Ich hab da mal was probiert“. Vielleicht ein mutiger Akt spontaner Kreativität. Vielleicht aber auch einfach die Folge von zu wenig Schlaf und zu viel Münchner Luft.

Lasst mich nicht allein mit meinen künstlerischen Identitätskrisen. Meinungen?

Euer Alex

Wenn die Hölle gefriert: Leica M EV1

OK, I am late to the party! Am 23. Oktober hat Leica die M EV1 vorgestellt. Gerüchte über eine M-Kamera ohne Messsucher gab es bereits seit einigen Monaten – jetzt ist es wahr geworden: Wir haben nun eine M ohne Messsucher! Moment!!! Naja… ganz so ist es nicht. Der Sucher ist noch da, wird jetzt aber durch ein elektronisches Teil bespielt. Konkret bedeutet das, dass der Blick durch das Objektiv geht – und nicht mehr durch den leicht versetzten optisch-mechanischen Messsucher.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Man sieht exakt den Bildausschnitt, der später auch auf dem Sensor landet – inklusive Komposition, Belichtung und Farbstimmung. Der Nachteil: Man sieht exakt den Bildausschnitt, der auf dem Sensor landet! Widerspruch? Keineswegs. Wer schon länger mit einer M arbeitet, weiß, was gemeint ist – die neue Direktheit ist Fluch und Segen zugleich.

Ich hatte die Gelegenheit, die neue Leica M EV1 für rund 30 Minuten in freier Wildbahn in München zu testen. Als Objektiv kam ein aktuelles Summilux 35 mm zum Einsatz – für mich ein vertrautes Setup, um die Kamera realistisch einschätzen zu können.

Was mir sofort aufgefallen ist: Alles fühlt sich sehr vertraut an – fast identisch zu meiner M11-P. Auch der Lack der Kamera scheint derselbe zu sein wie bei der M11-P und nicht wie bei der normalen M11. Das verleiht der Kamera eine angenehm samtige Haptik und liegt wunderbar in der Hand. Die Bedienung ist ebenfalls vertraut, sämtliche Tasten und Menüs sind dort, wo man sie erwartet. Man steigt ein und fährt los – wie mit einem bekannten Auto, das man seit Jahren fährt.

Sucher und Handling

Der elektronische Sucher der EV1 ist hervorragend – identisch mit dem der Leica Q3. Er liefert ein sehr klares, kontrastreiches Bild und macht insgesamt einen hochwertigen Eindruck. Leica hat außerdem angekündigt, dass die Kamera etwas leichter sein soll. Im direkten Handling fiel mir das allerdings kaum auf. Ich vermute, der Gewichtsunterschied wird erst spürbar, wenn man beide Modelle parallel in der Hand hält.

Fokussieren mit dem elektronischen Sucher

Das manuelle Scharfstellen durch den Sucher funktioniert bei gutem Licht problemlos und sehr präzise. Bei schwachem Licht zeigt sich jedoch kein Vorteil gegenüber dem klassischen Messsucher. Das Fokus-Peaking war in meinem Test zudem recht unzuverlässig: Es reagierte nur bei klaren Kanten oder markanten Flächen wirklich gut. Beim Versuch, die Augen meiner Tochter aus etwa zwei Metern Entfernung scharfzustellen, zeigte das Peaking seine Grenzen – das Ergebnis war oft daneben. Insgesamt scheint das Feature stark von der Lichtsituation abhängig zu sein; erst bei ausreichend Licht liefert es konsistente Ergebnisse.

Totzeit und Bewegungsmotive

Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Nach dem Auslösen hat der elektronische Sucher eine minimale Totzeit von wenigen Millisekunden. Eigentlich kein großes Problem – aber in der Praxis führt es dazu, dass das Sucherbild bei einer Kamerabewegung sprunghaft weiterläuft.
Gerade beim Versuch, bewegte Motive wie einen Radfahrer zu fotografieren, empfand ich das als sehr irritierend. Der Sucher „springt“ kurz, was das Nachführen erschwert und das Gefühl des flüssigen Arbeitens unterbricht.

Fazit

Die Leica M EV1 ist für mich der richtige Schritt, um die klassische M-Reihe für ein neues Publikum zu öffnen. Die Kamera bringt moderne Technik in das ikonische M-System – ohne dessen DNA völlig aufzugeben. Für aktuelle M11-Besitzer sehe ich allerdings keinen zwingenden Grund zum Umstieg. Eher dürfte die EV1 als Zweitkamera interessant sein – beispielsweise, wenn man Lust auf einen hybriden Workflow mit elektronischem Sucher hat.

Der EV-Sucher selbst ist aus meiner Sicht noch nicht am Optimum:

  • Das Fokus-Peaking arbeitet zu ungenau.
  • Die Totzeit stört bei Bewegung.
  • Die Fokussierung ist insgesamt noch nicht auf dem Niveau, das man von einer Leica M erwartet.

Einige dieser Punkte lassen sich sicher per Software verbessern – andere werden wohl erst mit einer EV3 oder EV4 wirklich ausgereift sein. Wenn ich heute mit dem Messsucher gar nicht mehr zurechtkäme, würde ich persönlich eher zur Kombi aus Q3 und Q3 43 greifen. Die M EV1 ist ein spannender Anfang – aber für mich noch nicht ganz Leica-typisch rund.

Euer Alex

(Kritische) Worte zu meinem Arbeitsgerät, der Leica M11-P

Die Leica M11-P ist eine Kamera, die man schnell ins Herz schließt: das haptische Erlebnis beim Betätigen des Auslösers, die präzise Mechanik, die Ruhe der Bedienung — und über allem die Bildqualität, die einfach beeindruckend ist. Die Bilder besitzen eine Tiefe und Plastizität, die einen immer wieder staunen lässt (vor allem in Kombination mit dem APO35). Rein mechanisch und optisch ist es eine Kamera, bei der alles Freude macht. Und genau deshalb schmerzt es umso mehr, wenn wiederholt die Software der Erfahrung im Weg steht. Kurz vor der Reise habe ich die M11-P auf Firmware 2.5.1 geupdatet (was für ein Fehler!). Nach ungefähr zehn Tagen traten mehrere Probleme auf: Die Kamera stürzte mehrfach ab und reagierte nicht mehr — einmal blieb sie komplett eingefroren und ließ sich nur durch Entfernen des Akkus wiederbeleben; es gab mehrmals überbelichtete Bilder, die nur durch ein erneutes Auslösen korrekt belichtet wurden (erstes Bild überbelichtet, zweiter Versuch korrekt). Das sind Verhaltensweisen, die man bei einer Kamera in dieser Preisklasse schlicht nicht erwartet. Für mich ist das kein kosmetisches Problem — es trifft direkt die Zuverlässigkeit und die Vertrauenswürdigkeit des Werkzeugs.

Bei einer Kamera wie der M11-P erwartest du, dass die Software unsichtbar und verlässlich im Hintergrund läuft — nicht, dass sie dich mitten auf einer Reise zwingt, die Kamera neu zu starten, oder dass einzelne Belichtungen unbrauchbar werden. Technische Exzellenz in Optik und Mechanik wird durch wiederkehrende Softwareprobleme merklich relativiert.

Vielleicht klingt das alles zu hart, aber der Frust war leider nicht gering.

Am 24. Oktober 2025 – also lange nach unserer Reise – kam nun Firmware 2.6.0 heraus. Ich bin inzwischen in der glücklichen Lage Beta-Tester für M-Firmware sein zu dürfen und konnte so bereits die Beta, die RC1 und RC2 testen. Neben einigen Funktionen hat Leica massiv an der Stabilität gearbeitet. Bisher läuft das Dinge anstandslos! Zudem sind ein paar Funktionen hinzugekommen (u.a. komplette Individualisierung des Weißabgleich). Ich habe dieses mal nach Aufspielen der Firmware die Kamera komplett zurückgesetzt – laut einiger Berichte sollte dies der Stabilität zuträglich sein.

Ich hoffe sehr, dass Leica das Thema Stabilität als Priorität behandelt — dann bleibt von der M-Erfahrung am Ende nur das, was sie sein soll: pure Freude am Fotografieren. Ich werde bei meiner nächsten Reise von weiteren (hoffentlich positiven) Erfahrungen berichten…

Euer Alex